Hund kastrieren lassen um Verhaltensprobleme zu lösen?

Die Kastration beim Rüden erfolgt unter Vollnarkose. Sobald der Hund "eingeschlafen" ist, wird das Operationsfeld geschoren und desinfiziert. Nun wird zuerst der eine Hoden in einen Bereich unmittelbar vor den Hodensack geschoben. Danach wird die darüber liegende Haut aufgeschnitten, damit der Hoden mit Samenstrang freiliegt. Es folgt das Abbinden des Samenstranges. Danach wird der Hoden entfernt. Über denselben Hautschnitt wird auf gleiche Art und Weise auch der zweite Hoden entfernt. Der Schnitt ist mittlerweile nur noch wenige Zentimeter lang und wird anschließend verschlossen und vernäht. Die Operation selbst dauert etwa 30 Minuten. Nach etwa 10 Tagen werden die Hautfäden durch den Tierarzt entfernt.

Hund kastrieren lassen: Vorteile

Die häufigste Begründung, warum man den Hund kastrieren lässt, liegt in sexueller Natur. Rüden reagieren auf den Geruch läufiger Hündinnen, sie sind völlig aus dem Häuschen. Bei manchen Hunden führt es sogar so weit, dass Sie kilometerweit den Geruch der Hündin verfolgen, durch Wald und Flur, über Straßen und Autobahnen. Ebenfalls gibt es Hunde, die unglaublich heulen und nervös sind, sobald der Duft einer läufigen Hündin in der Luft liegt. Schon bald liegen die Nerven von Hundebesitzern blank. Die Idee, den Hund kastrieren zu lassen, rückt dabei immer mehr in den Vordergrund. Ist der Hund kastriert, ist der Duft einer läufigen Hündin für ihn nicht mehr interessant. Der Vierbeiner rid zusehends ruhiger.

Den Hund vor Krankheiten schützen kann ebenfalls ein Beweggrund dafür sein, den Hund zu kastrieren. Insbesondere Hodenkrebs und Erkrankungen der Prostata können durch die Kastration vorgebeugt werden. 

Auch aus hygienischer Sicht kann die Kastration sinnvoll sein. Rüden "tropfen" häufig. Es handelt sich hierbei um eine Störung des Milieus im Bereich der Vorhaut, welche einen milchig-gelben Ausfluss verursacht. Der Ausfluss kann durch eine Kastration beim Hund vollständig gestoppt werden.

Wir möchten an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, dass die Kastration definitiv kein Mittel ist um etwaige Verhaltensstörungen oder gar Erziehungsfehler zu beheben. Lediglich die sexuelle Hyperaktivität bei Rüden wird durch die Kastration unterbunden.

Hund kastrieren lassen: Nachteile

Auch wenn mittlerweile die Kastration Routine ist, so darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es ein operativer Eingriff unter Vollnarkose bleibt. Narkosezwischenfälle und Komplikationen während der Operation oder bei der Wundheilung sind zwar selten, aber prinzipiell möglich. 

Ob folgender Punkt als Nachteil gewertet werden kann oder nicht, hängt an jedem selbst. Hormonell bedingt hat der Hund nach einer Kastration einen größeren Appetit. Schnell wird der kastrierte Hund dick, weil Frauchen / Herrchen dem bettelnden Hund nicht standhalten. Fakt ist: Der Hund benötigt nicht mehr Nahrung als vor der Kastration. Füttern Sie unbedingt die gleiche Menge weiterhin. Ansonsten sind zu viele Kilos die Folge.

Wägen Sie das Für und Wider gut ob, ob Sie Ihren Hund kastrieren möchten oder nicht. 

Hund kastrieren lassen: Mythos

Wer meint den Hund aufgrund von Fehlverhalten kastrieren lassen zu müssen, der irrt. Wer meint, dass die Kastration den aggressiven Hund in ein frommes Lamm verwandelt, der wird sich nach dem Eingriff vermutlich ziemlich überrascht oder enttäuscht zeigen.
 

Der richtige Zeitpunkt um den Hund kastrieren zu lassen

Ausschlaggebend für den Zeitpunkt der Kastration ist das Alter des Rüden.  Oftmals werden Rüden bereits im Alter von 6-8 Monaten kastriert. Für den jugendlichen, gesunden Hund mit noch kleinen Hoden stellt dies einen verhältnismäßig kleinen Routineeingriff dar. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt kann man den HUnd kastrieren lassen. Umstritten ist jedoch den Hund bereits mit 6-14 Wochen kastrieren zu lassen.

Chemische Kastration mit einem Kastrations-Chip

Möchte man eine operative Kastration vermeiden, besteht die Möglichkeit einer chemischen Kastration mittels Hormon-Chip. Viele Hundebesitzer nutzen diese Möglichkeit um zu sehen, wie sich das Verhalten des Hundes durch eine Kastration verändern würde. Es stehen verschiedene Injektionsmöglichkeiten zur Auswahl: Medroxyprogesteron-acetet, Proligestron oder Delmadionacetat. Im Abstand von 4 - 6 Wochen erfolgt eine erneute Injektion

Hund kastrieren lassen: Fazit

Mit der Kastration des Rüden gehen sowohl Vorteile als auch Nachteile einher. Jeder Hundebesitzer sollte genau abwägen, ob es sinnvoll ist seinen Hund kastrieren zu lassen. Zu den Vorteilen einer Kastration beim Rüden zählen ein verminderter Sexualtrieb, besserer Umgang mit anderen Rüden, Ausgeglichenheit, bessere Konzentration und der Drang zu markieren lässt nach. Dem gegenüber stehen folgende Nachteile, dass der Hund einen gesteigerten Appetit hat, dass das Infektionsrisiko nach der Operation steigt und einige Tage eingeschränkte Bewegungsfreiheit.

 
Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.